Do it yourself! Video-Tutorials mit Mobilgeräten produzieren

Wie kochen wir Baba Ghanoush? Wie trennen wir Müll? Wie können wir mit der App Quizlet Karteikarten zum Vokabellernen anlegen? Bei vielen Anwendungsfragen im Alltag helfen uns Video-Tutorials auf YouTube. Diese Erklärvideos (auch How-To-Video genannt) zeigen eine Handlung, die wir dann nachmachen können. Produzieren Sie mit Ihrer Lerngruppe eigene Video-Tutorials. Dafür nutzen wir kostenfreie Apps auf Mobilgeräten.

Ziele

  • Sprachförderung durch die praktische Umsetzung einer Vorgangsbeschreibung
  • Auseinandersetzung mit Alltagskompetenzen / Alltagsbeschreibungen
  • Gemeinsame Umsetzung eines Medienprodukts
  • Kennenlernen von Videotutorials als Kommunikations- und Lerntools
  • Erwerb grundlegender filmanalytischer Kompetenzen durch den praktischen Umgang mit Videos

Beispiele auf YouTube

Diese zwei Koch-Tutorials funktionieren ganz unterschiedlich. In Sallys Welt steht neben dem Gericht auch die Köchin im Vordergrund. Das zweite Video ist sehr effektiv, weil es den Vorgang nah und genau zeigt und ohne Sprachkenntnisse nachvollzogen werden kann.

Sallys Welt: Apfelstrudel selber machen

CoolCooking: How to Make a Perfect Ratatouille

Methode/Umsetzung

Vorbereitung:

  • Schauen sie mit der Lerngruppe Beispiel-Tutorials auf YouTube. Fragen Sie die Lernenden, ob sie schon mal Tutorials genutzt haben. Achtung: Es gibt viele verschiedene Erklärvideo-Formate im Netz, die zum Teil auch gesellschaftliche Phänomene erklären und abstraktes Wissen transportieren. Bei Tutorials geht es um die Beschreibung praktischer Vorgänge/Handlungen, die man als Nutzer*in des Videos nachmachen kann.
  • Schauen Sie die Tutorials zu KineMaster (für Android) und iMovie (für iOS). Sie können die Tutorials auch über die QR-Codes ihm Druckmaterial an die Lernenden weitergeben.
Tutorial: KineMaster – 10 erste Schritte
Tutorial: iMovie – 10 erste Schritte

Durchführung:

  • Sammeln Sie zusammen mit der Lerngruppe Vorgänge und Rezepte, die sie in einem Video-Tutorial erklären wollen. Beispiele für einfache und schnelle Vorgänge: Wie flechte ich einen Zopf? Wie bastle ich einen Papierflieger? Wie frage ich in Deutschland nach dem Weg zum Bahnhof? Aufwändigere Vorgänge wie die Zubereitung eines traditionellen Gerichts haben Projekt-Charakter und sind nur mit entsprechendem Aufwand möglich: Besorgen der Zutaten, Küche als Drehort, mehr Zeit, usw.
  • Bilden Sie Gruppen. Jede Gruppe setzt einen Vorgang als Tutorial um. In jeder Gruppe sollte mindestens ein aufnahmefähiges Mobilgerät mit einer Filmschnitt-App vorhanden sein.
  • Unterstützen Sie die Gruppen bei der Planung des Video-Tutorials.
    B. zum Thema: Wie funktioniert eine Kaffeemaschine?
    1. Schritt: Was soll zu sehen sein, wie ist der Ablauf?
    2. Schritt: Wie soll gefilmt werden? In einem Rutsch oder in einzelnen Clips, die später zusammengeschnitten werden?
    3. Schritt: Soll eine Person im Fokus stehen oder nur der Vorgang, sodass nur die Hände der Person und die Handlung zu sehen sind?
    4. Schritt: Gibt es einen Text? Welche Infos gibt es auf der Sprachebene?
    5. Schritt: Machen Sie bei Bedarf einen Probedurchlauf, ohne zu filmen.
    Bei komplexen Handlungen oder großen Sprachunsicherheiten empfiehlt sich, zumindest grobe Storyboards mit zwei Spalten anzulegen:

    • Spalte 1: Was ist zu sehen?
    • Spalte 2: Was ist zu hören?

Die Methode eignet sich auch sehr gut, um schnell mit der Kamera loszufilmen und zu experimentieren. Ein Storyboard zu schreiben, kann nämlich zeitaufwändig und zäh sein.

  • Die Gruppen produzieren die Videos. Unterstützen Sie bei Fragen zu Sprache und Technik.
  • Zum Abschluss werden alle Tutorials in der Gruppe präsentiert.

Ein gutes Video-Tutorial

  • hat ein angemessenes Tempo, sodass man dem Gezeigten gut folgen kann.
  • hat eine angemessene, verständliche Sprache (kurze, einfache Sätze).
  • ist nicht zu lang, schweift nicht ab, konzentriert sich auf die zu erklärende Handlung.
  • ist bildtechnisch so produziert, dass das Gezeigte auch ohne Kommentierung verstanden würde – die Sprache hat lediglich eine Unterstützerfunktion. Deshalb müssen u.a. Einstellung und Perspektive geschickt gewählt sein. Kurz: Der Vorgang muss so gefilmt werden, dass die Betrachtenden ihn nachvollziehen und nachahmen können.
  • macht in einer bündigen Einleitung deutlich, worum es geht (das kann auch in einem Satz geschehen).

(CC-BY-NC-SA- FILM+SCHULE NRW)

Anregungen und Tipps

  • Mischen Sie die Filmteams so, dass in jeder Gruppe mindestens eine Person mitwirkt, die schon einmal Videoaufnahmen mit einem Smartphone gemacht hat.
  • Die Produktion von Erklärvideos mit Mobilgeräten birgt ein hohes Potential für die Sprachförderung. Wenn Ihre Lerngruppe die Methode gut findet, könnten weitere Videos entstehen, die dann auf einer gemeinsamen Plattform miteinander geteilt werden. So könnten auch neue Zugewanderte beim Spracherwerb und bei der Orientierung unterstützt werden (mit Themen wie „Wo kann ich mich als Zugewanderter beraten lassen?“ oder „Welche Programme können mich beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen?“)
  • Für Sprachanfänger*innen könnte es schwierig sein, während des Filmens synchron den Text aufzunehmen. Sie können mit den Filmschnitt-Apps auch zuerst die Filmaufnahmen machen und den Text in Ruhe nachträglich einsprechen.
Das Interview – Themen, Fragen, Antworten
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